Das Orakel vom Berge, von Phillip K. Dick
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN 3-404-24117-7
7.80DM / 61.-öS
Das Orakel vom Berge ist eine klassische Parallelweltgeschichte in der der Zweite Weltkrieg "etwas" anders ausgegangen ist. Deutschland und Japan teilen sich die Welt auf, wie einst Spanien und Portugal.
Der Roman arbeitet Denkweisen und Charaktere sehr gut heraus, übertreibt gelegentlich, und entwickelt Personen und Handlung in verschiedenen Richtungen. Sehr gut ist die Anwendung des I Ging, des Orakels, gelungen, auf dem ein Teil der amerikanischen Gesellschaftsordnung basiert.
Werden besonders die Japaner zu Beginn als hoffnungslos in alten Riten verhaftet und auf der fast kindlichen Jagd nach Relikten aus der amerikanischen Vorkriegszeit dargestellt, entwickeln sich gerade diese Personen mit Fortschreiten der Erzählung zu eigenständigen starken und detailreichen Persönlichkeiten.
Die Deutschen machen keinerlei Entwicklung durch und werden vorwiegend als hoch technisiert, rassistisch, brutal und leicht unterbelichtet dargestellt.
Die Amerikaner erscheinen erstaunlich Uneigenständig und bemühen sich oftmals sehr den japanischen Besatzern zu gefallen.
Das Orakel vom Berge zählt sicher zu den besten Romanen Dicks und weist ausnahmsweise KEIN rabenschwarzes Ende auf (was bitte schön nicht bedeuten soll, daß es nicht schwarz ist ;-).
Das Nachwort enthält u.a. eine Kurzbiographie und ist ausnahmsweise gar nicht so schlecht.