Der Medicus von Saragossa, von Noah Gordon
Verlag: Blessing
ISBN 3-89667-013-1

Gordons "Der Medicus" und "Der Schamane" habe ich begeistert verschlungen. Und die Freude war groß, als ich den "neusten" Gordon "Der Medicus von Saragossa" geschenkt bekam.
Und tatsächlich, es ist ein feines Buch, eine gute Erzählung, spannend zu lesen.

Aber ... Der Zauber ist hinweg.
Der Medicus von Saragossa erzählt das Leben eines Juden im späten 15 Jahrhundert und seinen Kampf ums Überleben in einem Spanien, das alle Juden vertreibt, oder umbringt.
Die Beschreibungen der Inquisition, des Verrates und der Anpassung sind gut gelungen, die Geschichte ist packend und spannend.
Aber es geht nicht mehr um die besondere Gabe des Medicus, die die erst genannten Bücher prägt. Es geht viel mehr und fast ausschließlich um Vertreibung der Juden, und die Qual die diesem Volk angetan wurde.

Es fällt mir schwer das zu beschreiben. Ich halte die Beschäftigung mit dem Judentum und die Konfrontation mit seiner Geschichte, und dem Greuel, das den Juden angetan wurde, für sehr wichtig.
Allerdings ist ein Sättigungsgrad erreicht, ja ich möchte sogar sagen, längst überschritten, der mir eine aufrechte Anteilnahme nicht mehr ermöglicht.
(Phu ... diese Umschreibung hat mich gut 30 Minuten gekostet ...).
Grodon hat in "Der Medicus" ein Judentum als lebendige und interessante Lebensweise gezeigt. Er hat auf lustige und spannende Weise ein Volk und seine "wunderlichen" Eigenheiten beschrieben. Und er hat Lust auf mehr gemacht.
Im gegenständlichen Werk hat er das wieder kaputt gemacht. Schade drumm.


Dennoch: Lesenswert ist es jedenfalls.