Die Zahl des Tieres, von Robert A. Heinlein
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN 3 404 23206 2
16.90DM / 123.-öS
Taschenbuch / ca. 750 Seiten
Ein typischer Heinlein, wie er typischer nicht sein könnte.
Vier Personen (na raten Sie mal: natürlich sind alle schön, intelligent, stark, reich, unabhängig, ... und raten Sie mal weiter, natürlich zwei Super-Frauen, zwei Auch-nicht-schlechte-Männer) flüchten, heiraten, verschanzen sich, reisen durch Universen. Praktischerweise, und darum dreht sich auch die Geschichte bis zu einem gewissen Grad, hat Jacob einen Raum-Zeitverdreher erfunden, mit dem die vier jedes beliebige Universum besuchen können. Und Universen gibt es genug; 10314424798490535546171949056 um genau zu sein, oder anders ausgedrückt 6E66, womit wir auch schon den Titel hätten. Allerdings stellt sich heraus, daß diese verschiedenen Universen keineswegs "irgendwelche" sind, sondern erdachte Geschichten von Heinleis Berufskollegen. So kommen viele, hauptsächlich amerikanische Autoren zum Zug, oft aber nur für wenige Ausgenblicke (wer bleibt schon gerne im Roten Riesen aus Larry Nivens "Splitter im Auge Gottes" länger drinnen, als notwendig). Spätestens hier zeigt sich, daß es kein Buch für "Anfänger" ist. Wer sich mit "älterer" SF und Fantasy und im speziellen mit Heinlein selbst nicht auskennt, wird an dem Buch sehr viel weniger Spaß haben.
Zu aller letzt kommen unsere Helden dann in das Heinlein-Universum schlechthin, wo alles vertreten ist, was der Meister jemals zu Papier brachte. Diverse Howards, Longs, Mama Maureen, Jubal, uswusf. Hier geht es wirklich rund und vom Witz der Handlung(en) habe ich mich schon fast in einen Douglas Adams oder Robert Asprin versetzt gefühlt.
Zeitweise sind die Dialoge sehr gedehnt und langweilig. Die recht "hantigen" Diskussionen über die Rechte und Pflichten der Raumschiffbesatzung mögen ja ganz interessant sein, lassen aber einen Nick Seaford - Leser nur eher müde lächelnd weiterblättern ;-)
Einen schweren Schnitzer hat sich unser lieber Autor aber schon geleistet. Es kommen keine Katzen vor, und das kann es ja wohl nicht sein !!
Prädikat: Besonders Lesenswert
Kleine Warnung am Rande:
Romane von Robert A. Heinlein, so auch dieser, sind nur bedingt für Kinder zu empfehlen. Der (sehr) freizügige Umgang mir Sexualität ist zwar eine feine Sache, nur könnte der Junior über Ausdrücke stolpern, die Mama und Papa rot anlaufen lassen.
Vielleicht bin ich da aber auch nur zu konservativ ;-))