Briefe an die chinesische Vergangenheit , von Herbert Rosendorfer
Verlag: dtv
ISBN 3 423 10541 0
14.90DM / 109.-öS
Taschenbuch / ca. 37 Seiten

Die Geschichte handelt von einem chinesischem Mandarin aus dem 10. Jahrhundert n.Chr., der per Zeitreise im heutigen München landet (Stand ca. 1983) und seinen Beobachtungen der Grußnasen.
Manchmal wirkt das Werk kindlich, erzählt vom einem, der mehr oder minder bedeutungslos spielend in der unbekannten Welt herumstolpert, dann ist es wieder scharf, aber doch deutlich von einem festen Standpunkt beobachtend (wenngleich sich der Erzähler entschieden dagegen verwehrt) und dann ist es wieder eine sehr weise Konfrontation mit unserem Leben, so wie es ist bzw. so wie es wirklich ist.
Kao-tai urteilt oft hart, teilweise weil er plötzlich in eine Geschichte hineingeraten ist, die sich aus unserer Sicht relativ langsam entwickelt hat, teilweise aber auch weil er ganz einfach recht hat.

Tatsächlich stimme ich zu, daß wir unser Leben ziemlich unsinnig führen, allerdings hoffe ich, daß die Menschheit daraus (irgendwann) reifer herausfindet, sofern uns die Erde nicht vorher abschüttelt oder wir uns unseres Nächsten entledigen.

Über Allem vergißt der Autor aber auch den Humor nicht und so manches Schmankerl liegt im Text verborgen, auch wenn sich Deutsche verm. etwas leichter tun.

Sehr Lesenswert !!