Die ersten Menschen auf dem Mond, von H. G. Wells
Verlag: dtv
ISBN 3-432-12237-4
öS 125.- / DM 16,90

Dieser Roman ist eine Reisebeschreibung der langweiligeren Art.
Der allergrößte Teil beschäftigt sich mit der Schilderung der Charaktere, der Entdeckung des Cavorits, einem Material, das die gravimetrische Strahlung abschirmen kann, der anschließenden Reise zu Mond und der sagenhaften Geschehnisse auf diesem vermeintlich toten Trabanten.
Wells schrieb diese Geschichte vor bald 100 Jahren (1901), daher kann ich nicht sagen, ob es damals auch schon so kitschige Stilmittel waren, aber als die obligaten Mondkühe auftauchten habe ich begonnen die einzelnen Seiten ein klein wenig großzügiger Umzublättern. Bis zum Ende der Schilderung (nicht des Buches) geht es dann noch weiter mit der Begegnung mit den Mondbewohnern, einer feisten Prügelei/Verfolgungsjagd und schließlich mit der Flucht einer der beiden Mondreisenden. Dieser setzt sich, wieder zu Hause angekommen, in einen schattigen Hain und schreibt diese Geschichte und gibt sie auch zur Veröffentlichung frei, denn er ist sich sicher, daß es sowieso keiner glauben wird (alle stichhaltigen Beweise sind ihm selbstredend abhanden gekommen).
Allerdings gibt es noch einen Nachsatz, und da wird das Buch gut, als nämlich Funkwellen vom Mond aufgefangen werden und noch dazu in englischer Sprache. Der eine Mondreisende, der zurückbleiben mußte, wurde von den Mondbewohnern aufgenommen und erhielt die Möglichkeit eine einfache Sendeanlage zu bauen. Er schildert teilweise recht ausführlich die Gesellschaftsordnung und technischen Errungenschaften am Mond. Hier beginnt der explizit moralische Teil der Geschichte und das Büchl wird sein Geld wert.

Was soll ich sagen ?
Es ist gut geschrieben, aber richtigen Spaß macht das Lesen erst gegen Ende.