Eine Kurz-Einführung in Sachen eMail
(Elektronische Post)


Billig, einfach und sauschnell.
So kann man eMail grob beschreiben.
Es ist egal, ob die Nachricht zum Kollegen in der anderen Abteilung oder zum Pinguinforscher nach Neuseeland geht.
Es ist -im Prinzip- auch egal, was drinnen steht.
Und wenn die Übertragung mal 10 Minuten dauert, dann ist das schon lange.

Üblicherweise werden eMails von Menschen an Menschen gesendet.
Und daher ist das Medium selbst auch unwichtig, auf den Inhalt und nicht zuletzt auf die Form kommt es an !

Die einzige technische Notwendigkeit, die allen eMails anhaftet ist das "@".
Das ist in jeder eMailadresse drinnen.
Vorher mag ein Name, dahinter eine Firma oder sonst was stehen.
Die Adresse muß immer sein, einen Betreff oder gar einen Text kann man weglassen (auch wenn's dann weniger Sinn macht).
Am @ (ät ausgesprochen, auch Klammeraffe genannt) erkennt man eMailadressen. Webadressen beginnen dagegen meistens mit www..., aber auch nicht immer.

Es gibt keine "Vorschriften" was in einer eMail drinnen zu stehen hat (mal von automatisierten Mailersystemen abgesehen), es ist nur immer wichtig sich vor Augen zu halten, daß der Empfänger den Inhalt auch verstehen soll. Und darüber hinaus noch etwas Spaß beim Lesen haben sollte.
Daher ist es immer empfehlenswert eine eMail wie einen normalen Brief zu gestalten. Das schnelle Medium verleitet gerne flapsigen Redewendungen, auf Interpunktion wird kaum geachtet und selbst Großbuchstaben scheinen plötzlich out zu sein.
Dabei sind gerade das die einfachsten Sachen, schwierig wird es erst dann, wenn die erweiterten technischen Möglichkeiten einer eMail zum tragen kommen.

eMails können längst mehr, als nur sperrigen Text übertragen.
Der Text kann aussehen wie eine Webseite, Dateien können mitgesendet, Empfangsbestätigungen verlangt werden.
Auch hier gilt es ein vernünftiges Maß zu finden.
Ganz besonders wichtig ist es sich vor Augen zu halten, daß der Empfänger mitunter eine andere technische Infrastruktur besitzt.
Gerade diese schönen bunten Bedienoberflächen, die wir heute so gerne einsetzen, verleiten zu der Annahme, daß das immer und überall so ist. Spätestens wenn es gilt eMails übers GSM-Handy abzurufen, der Empfänger keine grafische Oberfläche hat oder sich ganz einfach aufs Wesentliche beschränken möchte, werden tolle HTML-Popupmails mit grüner, blinkender Schrift auf rosa Hintergrund und angehängter Bildersammlung schnell zum Ärgernis.
Wird eMail in einer Firma benutzt, so macht es durchaus Sinn sich mal mit dem Systemadministrator kurzzuschließen.

Die häufigsten Fehler (aus der Praxis !!):
- einfachtoll ohne punkt&strich lange sätze grammatik braucht eh keiner und so machen das der andere dann nicht versteht.
- Die Zeilenlänge im Mailprogramm nicht oder falsch einstellen (72 Zeichen sollten es sein). Der Empfänger darf dann bei jedem Satz feste nach links und rechts scrollen.
- eMailadressen falsch schreiben, die Fehlermeldungen des Mailsystems ignorieren (weil die fast immer in englisch geschrieben sind) und sich beim Kollegen lautstark über den unfähigen Systemadministrator aufregen.
- Den Text in HTML übertragen, ein paar kleine animierte Bilderchen einbinden und konsequent verdrängen, daß der Andere die Mail gar nicht lesen kann.
- Zu Weihnachten tonnenweise blinkende Grußkarten, zum Jahreswechsel schifahrende Weihnachtsmänner (inkl. Elch) und Pirelli-Kalender, zum Geburtstag kleine Geschenkkartons mit kessem Inhalt, im Frühling Diddlemaus-Sammlungen (ich-hab'-dich-sooo-lieb) und zwischendurch tanzende Babys, singende Aliens oder simple PC-Wutanfälle als Film versenden und nicht bedenken, daß der Empfänger eine Stunde braucht um sie downzuladen.

Aber eine feine Sache ist es schon, wenn man, wie im restlichen Leben auch angeraten, ein wenig nachdenkt, bevor man Knöpfchen drückt.


Und damit das nicht eine trockene rhetorische Fingerübung wird, kannst Du mir ja gleich mal eine eMail schicken ....
@